Planung von Anzahlungen
Überblick
Mit der Anzahlungslogik können Abschlagszahlungen und deren spätere Verrechnung vollständig in SWOT abgebildet werden. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf der GuV-Planung, sondern insbesondere auf der korrekten Fortschreibung in Bilanz und Liquidität.
Die Umsetzung folgt bewusst der Logik aus DATEV. Das bedeutet: Anzahlungen werden so behandelt, wie sie auch buchhalterisch entstehen würden – inklusive Forderungen/Verbindlichkeiten, Umsatzsteuer und späterer Auflösung gegen eine Schlussrechnung.
Wichtig für das Verständnis: Anzahlungen werden zwar in der GuV geplant, gehören aber nicht zum eigentlichen Ergebnis. Ihre Wirkung entfalten sie ausschließlich über die Bilanz und die Zahlungsströme.
Fachliche Einordnung
In der Praxis treten Anzahlungen typischerweise in zwei Situationen auf:
Erhaltene Anzahlungen (Umsatzseite) z. B. Abschlagsrechnung an Kunden vor Leistungserbringung
Geleistete Anzahlungen (Einkaufsseite) z. B. Vorauszahlungen an Lieferanten
SWOT bildet beide Fälle über die gleiche Logik ab. Der Unterschied ergibt sich lediglich aus der Einordnung (Umsatz vs. Einkauf) und der daraus resultierenden Buchungsrichtung.

Grundprinzip der Planung
Die Planung erfolgt bewusst in der Nähe der operativen Positionen (z. B. Umsatz), damit der fachliche Zusammenhang erhalten bleibt.
Gleichzeitig werden Anzahlungen technisch getrennt geführt:
Zugang Anzahlungen → bildet die Abschlagszahlung ab
Auflösung Anzahlungen → verrechnet diese später mit der eigentlichen Leistung
Die Eingabe selbst unterscheidet sich nicht von anderen Planungsarten. Es können wie gewohnt verwendet werden:
Monatswerte (netto)
Verteilungen
Zahlungsschemata
externe Datenquellen
Damit bleibt die Bedienung konsistent, auch wenn die dahinterliegende Logik deutlich komplexer ist.
Planungsarten im Detail
Für Anzahlungen stehen vier GuV-Planungsarten zur Verfügung:
Zugang Anzahlungen (Eingabe)
Zugang Anzahlungen (externe Daten)
Auflösung Anzahlungen (Eingabe)
Auflösung Anzahlungen (externe Daten)
Inhaltlich passiert hier Folgendes:
Beim Zugang wird eine Anzahlung „aufgebaut“
Bei der Auflösung wird diese wieder „abgebaut“ und mit der eigentlichen Buchung (z. B. Umsatz) verrechnet
Ergänzt wird das Ganze durch zwei Systemzeilen in der Bilanz:
Anzahlungen
Verrechnung Anzahlungen
Diese sind nicht direkt planbar, sondern entstehen automatisch aus der Fortschreibung.
Einstellungen und ihre Bedeutung
Die Planungsarten für Anzahlungen verhalten sich auf den ersten Blick wie normale GuV-Zeilen, haben aber eine besondere Wirkung.
Typische Einstellungen sind:
Fortschreibung auf Forderungen / Verbindlichkeiten
Zuordnung zur Aktiv- oder Passivseite
Umsatzsteuer (inkl. Steuersatz)
Liquiditätswirkung
Fix / variabel
Ein häufiger Stolperstein: Die Einstellung „Erlös / Aufwand“ ist hier rein technisch zu verstehen. Sie steuert die Buchungsrichtung, nicht die Ergebniswirkung.

Wie die Fortschreibung funktioniert
Der eigentliche Mehrwert der Anzahlungslogik liegt in der automatischen Ableitung der Buchungen.
Zugang Anzahlungen
Beim Zugang passiert im Hintergrund mehr als nur eine einfache Buchung:
Es entsteht eine Forderung oder Verbindlichkeit (brutto)
Parallel wird eine Verrechnungsposition aufgebaut
Mit Zahlung wird:
die Bank bewegt
die Forderung/Verbindlichkeit ausgeglichen
Zusätzlich:
Aufbau der Anzahlung (netto, Gegenseite der Bilanz)
Buchung der Umsatzsteuer
Das Ganze passiert automatisch aus einem einzigen Planwert heraus.
Auflösung Anzahlungen
Die Auflösung kehrt diesen Prozess wieder um – allerdings nicht einfach spiegelbildlich, sondern im Kontext der Schlussrechnung.
Die bestehende Anzahlung wird reduziert
Die Umsatzsteuer wird entsprechend korrigiert
Die ursprüngliche Forderung/Verbindlichkeit wird angepasst
Zahlungsströme werden gemäß Schema berücksichtigt
Entscheidend ist: Erst durch die Auflösung wird die Anzahlung fachlich korrekt mit dem eigentlichen Geschäftsvorfall verknüpft.
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