Dimensionsbaum
Im Dimensionsbaum werden neben den Standarddimensionen Zeit und Wertebereich weitere Dimensionen definiert. Die Anzahl der Dimensionen ist nur durch die verwendete Lizenz begrenzt. Je nach Aufgabenstellung kann man eine Dimension nach Star- oder Snowflake-Schema anlegen. Im seltenen Fällen ist es auch möglich eine zweite Zeit-Dimension oder auch mehrere Wertebereich-Dimensionen zu erstellen.

Es bestehen mehrere Möglichkeiten, die Struktur und Inhalte einer Dimension zu definieren. Dabei wird zwischen vordefinierten und benutzerdefinierten Dimensionen unterschieden:
Vordefinierte Dimensionen
Zeit Diese ist standardmäßig vorhanden und obligatorisch. Sie wird automatisch bereitgestellt und kann nicht entfernt werden.
Wertebereich
SWOT Co-Dimensionen Dazu gehören „SWOT Co Konten“ und „SWOT Co Kostenstellen“. Diese sind vordefiniert, jedoch optional und können bei Bedarf verwendet werden. Struktur und Inhalte (z. B. Kontenplan, Kostenstellen) werden dabei automatisch aus SWOT Co übernommen.
Benutzerdefinierte Dimensionen
Diese werden individuell angelegt (Auswahl: „Benutzerdefiniert“ als Dimensionsstamm).
Es wird zunächst eine leere Dimension erzeugt, die anschließend mit eigenen Hierarchien und Inhalten befüllt wird.
Typische Beispiele sind Kunden, Artikel oder andere unternehmensspezifische Auswertungsdimensionen.
Damit bietet SWOT sowohl vorgefertigte Standarddimensionen als auch die Möglichkeit, flexible, individuelle Analyse-Strukturen aufzubauen.
Eine Dimension kann durch den Typ „Gruppierungsmerkmal“ oder „Termin“ definiert werden. Der Typ einer Dimension beschreibt den allgemeinen Charakter, der in sich enthaltenen Hierarchien. Der Dimensionstyp hat allerdings keinen direkten Einfluss auf den Typ einer Hierarchie.
Die Anzahl der benutzerdefinierten Dimensionen ist grundsätzlich flexibel und wird ausschließlich durch die Lizenz begrenzt (z. B. max. 5 Dimensionen im Mustermandanten).
Wird diese lizenzabhängige Grenze erreicht, erfolgt ein entsprechender Hinweis.

Wenn die Anzahl der Dimension bereits überschritten ist, wird der Benutzer beim Start von SWOT darüber benachrichtigt. Alle Programmfunktionen sind in diesem Fall eingeschränkt.
Zeit-Dimension
Die Zeit-Dimension ist eine Standarddimension im Cube und besitzt folgende Eigenschaften:
Nicht änderbar
Nicht löschbar
Immer vorhanden (obligatorisch)
In der aktuellen Ansicht kann jedoch festgelegt werden, welche Zeiteinheiten angezeigt werden:
Jahr
Quartal
Monat
Woche
Wochentag
Ebenso kann der Zeitraum der Analyse eingeschränkt werden. Diese Einstellungen gelten nur für die jeweilige Ansicht und werden beim Speichern der Ansicht berücksichtigt. So können beispielsweise spezifische Zeiträume wie Jahresplanungen als eigene Ansichten gespeichert werden.

Darstellung und Kennzeichnung
Die Zeit-Dimension sowie deren Hierarchien sind im Dimensionsbaum und in den Cube-Ansichten durch ein Kalender-Symbol gekennzeichnet.
Technische Besonderheiten
Die Zeit-Dimension ist eine spezielle, virtuelle Dimension (bitte siehe Physische und virtuelle Hierechien):
Es wird keine eigene Datenbanktabelle angelegt
Die Zeithierarchien werden automatisch generiert:
Jahr
Quartal
Monat
Woche
Wochentag
Grundlage ist das jeweilige Belegdatum
Zusätzliche Zeitdimensionen
Neben der Standard-Zeitdimension können bei Bedarf weitere Zeitdimensionen angelegt werden, z. B.:
Zahlungsfristen
Verfallsdatum
Vertragsbeginn oder -ende
Der Einsatz zusätzlicher Zeitdimensionen ist insbesondere dann sinnvoll, wenn diese dimensionsübergreifend verwendet werden, also in Kombination mit mehreren fachlichen Dimensionen (z. B. Kunden und Verträge).
In vielen Fällen ist es jedoch ausreichend, ein zusätzliches Datum als Attribut (Hierarchie) einer bestehenden Dimension abzubilden, z. B.:
Zahlungsdatum innerhalb einer Vertragsdimension
Modellierungsansatz
Ob ein Datum als eigene Dimension oder als Hierarchie innerhalb einer bestehenden Dimension abgebildet wird, hängt von der jeweiligen fachlichen Anforderung und dem Analyseziel ab.
Für benutzerdefinierte Zeitstrukturen kann eine Hierarchie vom Typ „Termin“ angelegt werden.
Wertebereich-Dimension
Genauso wie die Zeit, ist die vordefinierte Dimension Wertbereich strukturell nicht änderbar und nicht löschbar. Es ist allerdings möglich eine uneingeschränkte Anzahl von Wertebereichen anzulegen (Plan 1, Plan 2 … Plan N, Vorschau 1, Vorschau 2 … Vorschau N), diese zeitlich abzuschließen und korrekt damit umzugehen. Die Wertebereich-Dimension ist mit einem Filter-Symbol markiert.
Ein Wertebereich kann von einem vordefinierten Typ sein: Plan, Ist oder Vorschau.
Ein Wertebereich kann sowohl für die Eingabe, als auch für das Einlesen über den ETL Manager gesperrt werden, indem man die Eigenschaft Editierbar bei einem Wertebereich in Nein abändert. In diesem Fall gilt ein solcher Wertebereich als abgeschlossen. Die Drill-Down-Details werden bei einem solchen Wertebereich grau markiert und sind nicht veränderbar. Auch bei Top-Down-Funktionen darf ein gesperrter Wertebereich als Ziel-Wertebereich nicht gewählt werden.
SWOT Co-Dimensionen
Bei Verwendung einer vordefinierten Dimension mit SWOT Co-Stammdaten wird automatisch eine neue Dimension „SWOT Co Konten“ bzw. „SWOT Co Kostenstellen“ angelegt. Diese enthält die entsprechenden Hierarchien (basierend auf den SWOT Co-Tabellenstrukturen) sowie die zugehörigen Inhalte (z. B. Kontenplan oder Kostenstellen).
Eine SWOT Co-Dimension (Konten oder Kostenstellen) kann im Dimensionsbaum nur vollständig entfernt werden. Die Struktur dieser Dimensionen ist vordefiniert, daher dürfen Hierarchien weder umbenannt, noch hinzugefügt oder gelöscht werden. Nicht benötigte Hierarchien können jedoch im Cube ausgeblendet werden.

Im Dimensionsbaum stehen zwei vordefinierte SWOT Controlling-Dimensionen zur Verfügung (Konten und Kostenstellen). Die Bezeichnung dieser Dimensionen kann angepasst werden.
Benutzerdefinierte Dimensionen
Benutzerdefinierte Dimensionen und Hierarchien innerhalb einer Dimension sind im Dimensionsbaum nach Erstellungsdatum sortiert. Diese Sortierung kann über das Kontextmenü geändert werden (Abbildung 13).
Im Unterschied zu benutzerdefinierten Dimensionen, dürfen die vordefinierten Dimensionen Zeit und Wertebereich sowie ihrer Hierarchien nicht umsortiert werden. Die SWOT Dimension Konten und Kostenstellen dürfen zwar sortiert werden, ihre Hierarchien haben allerdings eine feste Reihenfolge.

Hierarchien
Hierarchien sind die Gruppierungskriterien für Dimensionsmitglieder (Dimensionselemente). Die Anzahl der Hierarchien ist unbegrenzt. Die Hierarchien werden der jeweiligen Dimension untergeordnet. Jede Dimension hat mindestens eine Hierarchie. Solche „Standard“-Hierarchie kann umbenannt, aber nicht gelöscht werden. Z.B. kann die Hierarchie „Kunde“ aus der Dimension „Kunden“ nicht entfernt werden (siehe Abbildung 14).
Eine Hierarchie muss einen eindeutigen Namen haben. Zwei Hierarchien mit dem gleichen Namen sind unzulässig.
Pro benutzerdefinierter Dimension gibt es genau eine Schlüssel-Hierarchie, die zur eindeutigen Erkennung (Identifikation) der Dimensionselemente dient. Man kann eine neue Schlüssel-Hierarchie definieren, wobei die vorherige Schlüssel-Hierarchie ihren Status verliert. Die Schlüssel-Hierarchie ist nicht löschbar. Jede Schlüssel-Hierarchie wird im Dimensionsbaum unterstrichen angezeigt (Abbildung 14).

Jede Hierarchie kann im Programm sichtbar oder unsichtbar gemacht werden (Abbildung 14). Die verborgenen Hierarchien können weder in der OLAP-Cube-Ansicht (Zeilen-, Spalten-, Filter-Bereiche), noch im Customizing (Dimensionselemente) angezeigt werden. Diese Einstellung wirkt benutzer- und ansichtsübergreifend. Die Sichtbarkeit übt allerdings keinen Einfluss auf die bestehenden Datensätze in der Faktentabelle aus. Werden alle Hierarchien einer Dimension unsichtbar gemacht, dann steht die komplette Dimension nicht mehr zur Auswahl. Somit können keine neuen Datensätze in der Faktentabelle mit der unsichtbaren Dimension verknüpft werden.
Die Änderung der Sichtbarkeit hat einen Einfluss auf die gespeicherten Filtereinstellungen in allen Ansichten. Bestätigt man solche Änderung, werden alle Filter-Einstellungen in allen Ansichten gelöscht.

Ein Hierarchie-Schema (Star oder Snowflake) darf nur beim Anlegen einer neuen Dimension geändert werden. Eine nachträgliche Änderung des Schemas ist nicht zulässig. Wird eine Hierarchie nach Snowflake-Schema definiert, so werden automatisch alle unterliegenden Hierarchien dem Snowflake-Schema angepasst. Die Vor- und Nachteile von Star- und Snowflake-Schemata werden im Punkt 2.5 erläutert.
Eine Hierarchie kann ein allgemeines Gruppierungsmerkmal (Text), einen Termin, eine Kennzahl (Zahl) oder eine Verknüpfung/Link darstellen.

Gruppierungsmerkmal – eine alphanummerische Bezeichnung als Gruppierungskriterium, z.B. Kundengruppe oder **PLZ **in der Dimension Kunden
Termin – ein Datum, z.B. Vertragsbeginn als Auswertungskriterium der Dimension Verträge
Kennzahl – eine Zahl (numerisch) oder nummerische Bezeichnung, je nach Aufgabestellung (z.B. zum Speichern fester Preislisten, Anteile usw.)
Verknüpfung/Link – eine Verknüpfung zum Verzeichnis oder zu einer beliebigen Datei / einem Hyperlink, z.B. eine Verknüpfung zum Dokument in der Dimension Verträge
Als Schlüssel-Hierarchie kann nur eine Hierarchie vom Typ Gruppierungsmerkmal oder Termin festgelegt werden. Das Festlegen von Schlüsselhierarchien bei anderen Typen, wie beispielsweise dem Typ „Kennzahl“, ist im Menü bereits deaktiviert und kann daher nicht ausgewählt werden (Abbildung 17):

Je nach dem ausgewählten Typ, ist es bei der Stammdatenübernahmemöglich, eine Bezeichnung, eine Zahl, ein Datum oder ein Link als Gruppierungskriterien der Dimensionselemente zu verwenden. Die nicht passenden Inhalte (abweichend vom definierten Typ) werden automatisch abgelehnt.
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