# Messwerte (Measures)

**Messwerte** stellen die numerischen Werte dar, die in den Ansichten des SWOT Cube analysiert und ausgewertet werden. Sie bilden die Grundlage für Berechnungen, Aggregationen und Vergleiche innerhalb der Pivot-Tabellen.

<figure><img src="/files/JIrJKYpz89UUvMbgjbwQ" alt=""><figcaption><p>Abbildung 38 Messwerte (Measures)</p></figcaption></figure>

Messwerte werden in der [**Hauptansicht (Pivot-Tabelle)**](/handbuch/swot_cube/pivot-ansicht.md) verwendet, um:

* Werte darzustellen und zu aggregieren
* Kennzahlen miteinander zu vergleichen
* Abweichungen und Anteile zu berechnen

In Kombination mit Dimensionen ermöglichen sie eine flexible und mehrdimensionale Datenanalyse.

***

### Allgemeine Eigenschaften

Ein Messwert ist durch folgende Eigenschaften definiert:

| Eigenschaft        | Beschreibung                                                                  |
| ------------------ | ----------------------------------------------------------------------------- |
| **Name**           | Bezeichnung des Messwertes, z. B. Umsatz, Kosten oder Preis                   |
| **Dezimalstellen** | Anzahl der angezeigten Nachkommastellen je Messwert (einstellbar von 0 bis 9) |
| **Typ**            | Fachliche Art des Messwertes (z. B. Währung, Prozent, Menge)                  |
| **Aggregation**    | Berechnungslogik innerhalb von Ansichten                                      |
| **Formel**         | Optionale Berechnungsdefinition für abgeleitete Werte                         |

Die **Dezimalstellen** werden pro Messwert festgelegt und bestimmen die Genauigkeit der **Darstellung**. Die Anzahl der angezeigten Nachkommastellen kann dabei **zwischen 0 und 9** eingestellt werden.

Diese Einstellung betrifft ausschließlich die **Anzeige der Werte**. Die interne Berechnung sowie die Genauigkeit der zugrunde liegenden Werte bleiben davon **unverändert**. Dadurch können Werte je nach fachlichem Zweck unterschiedlich formatiert dargestellt werden, ohne die Berechnungslogik zu beeinflussen. Dadurch können unterschiedliche Anforderungen berücksichtigt werden, z. B. ganzzahlige Mengen, Währungswerte mit zwei Dezimalstellen oder Prozentwerte mit angepasster Genauigkeit.

Messwerte können entweder direkt aus Datenquellen stammen oder auf Basis von Formeln berechnet werden.

***

### Typisierung von Messwerten

Die Typisierung bestimmt die fachliche Bedeutung sowie die Darstellung und Verarbeitung eines Messwertes.

#### Grundtypen

| Typ                 | Beschreibung                                                                                                                                      |
| ------------------- | ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- |
| **Originalwährung** | Werte werden in der jeweils ursprünglichen Währung gespeichert und angezeigt. Dies kann sowohl die Hauptwährung als auch Fremdwährungen umfassen. |
| **Hauptwährung**    | Werte werden systemseitig in eine definierte Hauptwährung umgerechnet und einheitlich dargestellt.                                                |
| **Mengen & Zahlen** | Mengenangaben ohne Währungsbezug (z. B. Stück, Gewicht, Anzahl)                                                                                   |
| **Prozent**         | Relative Werte (z. B. Margen, Anteile oder Kennzahlenverhältnisse)                                                                                |

#### Beschreibung der Währungstypen

**Originalwährung** wird verwendet, wenn Werte in ihrer ursprünglichen Währung erhalten bleiben sollen. Dies ist insbesondere bei Datenbeständen mit mehreren Währungen relevant.

**Hauptwährung** dient der Vereinheitlichung von Werten. Alle entsprechenden Messwerte in Fremdwährungen werden in eine definierte Referenzwährung umgerechnet. Dies ermöglicht direkte Vergleiche und konsistente Aggregationen über unterschiedliche Währungen hinweg.

Die Wahl zwischen **Originalwährung** und **Hauptwährung** beeinflusst sowohl die Darstellung als auch die Aggregation der Daten.

***

### Aggregation von Messwerten

Die Aggregation legt fest, wie Werte innerhalb einer Ansicht zusammengefasst werden.

| Aggregation       | Beschreibung                                                             |
| ----------------- | ------------------------------------------------------------------------ |
| **Summe**         | Addition aller Werte (typisch für mengen- und umsatzbezogene Kennzahlen) |
| **Durchschnitt**  | Bildung eines Mittelwertes (z. B. für Preise oder Kennzahlen je Einheit) |
| **Eigene Formel** | Individuelle Berechnung auf Basis definierter Formeln                    |

Die Aggregation wirkt insbesondere auf aggregierte Ebenen innerhalb der Pivot-Struktur (z. B. Gruppen oder Gesamtsummen).

***

### Standard- und benutzerdefinierte Messwerte

SWOT Cube unterscheidet zwischen zwei Kategorien von Messwerten:

| Kategorie                                                         | Beschreibung                                                               |
| ----------------------------------------------------------------- | -------------------------------------------------------------------------- |
| [**Standard-Messwerte**](#standard-messwerte)                     | Systemseitig definierte Kennzahlen; begrenzt editierbar und nicht löschbar |
| [**Benutzerdefinierte Messwerte**](#benutzerdefinierte-messwerte) | Individuell angelegte Kennzahlen; frei konfigurierbar                      |

Benutzerdefinierte Messwerte ermöglichen die Erweiterung des Datenmodells um spezifische betriebliche Kennzahlen.

***

### Eingabe- und Formel-Messwerte

Zusätzlich erfolgt eine funktionale Unterscheidung nach der Herkunft der Werte:

| Typ                         | Beschreibung                                                          |
| --------------------------- | --------------------------------------------------------------------- |
| **Eingabefähige Messwerte** | Werte können manuell oder über Datenimporte (ETL) befüllt werden      |
| **Berechnete Messwerte**    | Werte werden über eine **Formel** definiert und automatisch berechnet |

**Berechnete Messwerte** sind nicht direkt editierbar, da ihr Wert ausschließlich aus der zugrunde liegenden Formel resultiert. Änderungen erfolgen ausschließlich durch Anpassung der Formel.

***

### Standard-Messwerte

Standardmäßig sind in [SWOT Cube ](/handbuch/swot_cube.md)drei eingabefähige Messwerte vordefiniert:

1. **Menge** (Umsatz / Preis)
2. **Preis**
3. **Umsatz** (Menge x Preis)

Bei der manuellen Eingabe von **Mengen** oder **Preisen** wird der zugehörige **Umsatz** in der Eingabemaske automatisch berechnet.

Umgekehrt führt eine Änderung des Umsatzes zur entsprechenden Anpassung der Menge auf Basis des vorhandenen Preises. Dadurch wird die **formelhafte Beziehung zwischen den Messwerten** (z. B. *Umsatz = Menge × Preis*) jederzeit konsistent gehalten.

Diese Konsistenz bei Standard-Messwerten wird systemweit sichergestellt:

* bei der **Detaileingabe** in der **Detailansicht (Drill-Down-Details)**
* bei der **Top-Down-Verteilung**
* bei der **In-Place-Bearbeitung** über mehrere Knoten
* über **alle Aggregationsebenen** des Cube hinweg

Die **Standard-Messwerte** stellen eine Besonderheit dar. Diese besitzen sowohl Eigenschaften von **eingabefähigen** als auch von **berechneten Messwerten**:

* sie können Werte enthalten, die direkt verarbeitet werden
* gleichzeitig unterliegen sie fest definierter Berechnungslogik

Die automatische Umrechnung auf Basis geänderter Werte erfolgt ausschließlich innerhalb des SWOT Cube.

#### Anforderungen bei externer Datenverarbeitung

Werden Standard-Messwerte außerhalb des Systems verändert, beispielsweise durch einen **ETL-Prozess**, muss die fachliche Konsistenz der zugrunde liegenden Berechnungen sichergestellt werden:

* Die Beziehung zwischen abhängigen Messwerten (z. B. *Umsatz = Menge × Preis*) muss im ETL-Prozess korrekt berücksichtigt werden
* Änderungen an einem Wert erfordern entsprechende Anpassungen der abhängigen Messwerte

Die Verantwortung für die Konsistenz liegt in diesem Fall außerhalb des Cubes und muss im jeweiligen ETL-Datenintegrationsprozess umgesetzt werden.

#### Anpassung von Standard-Messwerten

Je nach Aufgabestellung können die vordefinierten Messwerte (Menge, Preis, Umsatz) umbenannt werden. Somit kann man unter dem Konstrukt `Menge x Preis = Umsatz` ein eigenes Produkt von 2 Faktoren vorstellen, wie z.B. folgende Messwerte:

* `Stundensatz x Produktionskosten pro Stunde = Summe der Produktionskosten`
* `Kontostand x Zinssatz = Summe der Zinsen`
* `Vertragslaufzeit (in Jahren / Monaten / Tagen) x Vertragssumme (pro Jahr / Monat / Tag) = Vertragskosten gesamt`

### Benutzerdefinierte Messwerte

Ein benutzerdefinierter Messwert kann entweder einen Eingabe-Messwert oder eine Formel darstellen:

* Eingabefähiger Messwert (mit Standardwert)
* Berechneter Messwert (Formel)

Beispiele für eingabefähige Messwerte können Mwst-Sätze (mit Standardwert 19% oder 7%), Rabatte, Boni und Skonti, Korrekturkoeffizienten, Wahrscheinlichkeit, alternative Einkaufs- und Verkaufspreise, Produktionskosten oder Deckungsbeitrag sein. Ein benutzerdefinierter, eingabefähiger Messwert kann als reine Eingabe oder als Teil einer Formel weiterverwendet werden.

**Standardwert**

Jeder eingabefähige Messwert hat einen Standardwert. Gibt man keinen Standardwert ein, so wird 0 als Standardwert angenommen. Dieser Standardwert gilt als Vorschlagswert bei der Dateneingabe und kann bei jedem Datensatz manuell geändert werden.

<figure><img src="/files/MZBGaO5iaf5svUYpcGTR" alt=""><figcaption><p>Abbildung 39 Eingabefähiger Messwert mit Standardwert</p></figcaption></figure>

Wird der **Standardwert eines Messwertes** geändert, wirkt sich diese Anpassung ausschließlich auf neu entstehende Datensätze aus. Bereits vorhandene Datensätze behalten ihren bisherigen Wert unverändert bei.

Eine Aktualisierung bestehender Datensätze erfolgt nur, wenn die Option **„vorhandene Datensätze ändern“** explizit aktiviert wird.

**Option „vorhandene Datensätze ändern“**

Diese Option kann dann nützlich sein, wenn man eine Änderung für alle Datensätze vornehmen möchte. Z.B. um einen schon gespeicherten MwSt-Satz zu korrigieren, muss man nicht bei jedem Beleg den neuen MwSt-Satz erneut eingeben, sondern lediglich den Standardwert bei allen vorhandenen Belegen anpassen.

Beim Aktivieren der Option „vorhandene Datensätze ändern“ wird der gewählte Messwert bei allen vorhandenen Datensätzen auf den Standardwert zurückgesetzt. Alle vorher manuell geänderten Zahlen dieses Messwertes gehen verloren. Deshalb ist die Option „vorhandene Datensätze ändern“ vorsichtshalber standardmäßig deaktiviert.

Im Unterschied zu eingabefähigen Messwerten, sind die Werte bei berechneten Messwerten nicht editierbar. Lediglich die Formel ist veränderbar. Dabei werden alle vorhandenen Datensätze neu berechnet. Eine Formel wirkt global für alle Wertebereiche unabhängig vom Zeitraum und Abschlussdatum. Die Option „vorhandene Datensätze ändern“ kann dabei nicht deaktiviert werden.

<figure><img src="/files/KYqSzvBvg1sBkqdhZXKL" alt=""><figcaption><p>Abbildung 40 Berechneter Messwert (Formel)</p></figcaption></figure>

### Formeleingabe und Berechnungslogik

Beim Bearbeiten einer Formel können andere Messwerte direkt in die Berechnung eingebunden werden:

* Auswahl per **Doppelklick** aus der Liste der verfügbaren Messwerte
* oder manuelle Eingabe in **eckigen Klammern** (z. B. `[Umsatz]`)

Für die Definition von Formeln stehen folgende Elemente zur Verfügung:

* **Arithmetische Operatoren**: `+`, `-`, `*`, `/`
* **Runde Klammern** zur Strukturierung von Ausdrücken
* Erweiterte Formeln unter Verwendung von **T-SQL-Syntax**
* **Logische Operatoren** wie `AND`, `OR`, `NOT`, `IN`, `BETWEEN`, `LIKE`
* Funktionen wie **ROUND**, **ABS** und vergleichbare Funktionen
* **Bedingte Ausdrücke** mittels `CASE` oder `IF`

**Beispiel:**

```
case when [Umsatz] <> 0.0 then [DB] / [Umsatz] * 100 else 0 end
```

Eine gültige Formel muss mindestens einen anderen Messwert enthalten. Formeln, die ausschließlich aus Konstanten bestehen, werden als leer bzw. ungültig interpretiert.

***

### Prüfung und Speicherung

Formeln können über die Funktion **„Ausdruck überprüfen“** validiert werden.\
Nach erfolgreicher Prüfung können die Änderungen übernommen werden.

Änderungen werden jedoch erst nach dem **Speichern** wirksam.

***

### Änderung des Messwerttyps

Der Typ eines Messwertes kann auch nachträglich geändert werden.

Dabei ist zu beachten:

* Beim Wechsel zwischen **eingabefähigem Messwert** **"Standardwert (Eingabe)"** und **berechnetem Messwert "Formel"** gehen vorhandene manuell erfasste Werte verloren
* Die Änderung wirkt sich unmittelbar auf die Art der Datenverarbeitung aus

***

### Konsistenz von Formeln

Gespeicherte Formeln müssen konsistent bleiben.

Messwerte, die in einer Formel verwendet werden, können daher nicht gelöscht werden.\
Beim Versuch, einen solchen Messwert zu entfernen, wird eine entsprechende Warnmeldung angezeigt:

<figure><img src="/files/F0G8BKDGS7mGcD3YQ1eX" alt=""><figcaption><p>Abbildung 41 Konsistenzcheck beim Löschen eines Teils der Formel</p></figcaption></figure>


---

# Agent Instructions: Querying This Documentation

If you need additional information that is not directly available in this page, you can query the documentation dynamically by asking a question.

Perform an HTTP GET request on the current page URL with the `ask` query parameter:

```
GET https://wiki.swot.de/handbuch/swot_cube/customizing/messwerte.md?ask=<question>
```

The question should be specific, self-contained, and written in natural language.
The response will contain a direct answer to the question and relevant excerpts and sources from the documentation.

Use this mechanism when the answer is not explicitly present in the current page, you need clarification or additional context, or you want to retrieve related documentation sections.
